Einleitungvon Goliath
_Sie sind dort draußen. Monster! Bestien! Das wahre Ende der Nahrungskette! Die Werwölfe!
Während der Mensch in den von ihm gebauten Städten lebt, herrscht außerhalb dieser Beton-Enklaven noch immer das Gesetz der Natur. Wer diese Wildnis betritt, der betritt ihr Revier, und sie hüten es eifersüchtig, denn zu lange schon wird ihnen ihre Heimat von den Menschen Stück für Stück entrissen und zerstört, ihre heiligen Stätten geschändet oder vergessen.
Die Garou, wie sich die Werwölfe selbst zu nennen pflegen, kämpfen einen mystischen aber dennoch nur zu realen Krieg. Von ihrer Mutter, Gaia, zu ihren Kriegern erschaffen ist es die Aufgabe der Garou sie zu verteidigen und zu beschützen. Und so müssen sie ihren Kampf austragen gegen eine Wesenheit, die sie den Wyrm nennen.
Der Wyrm ist die Personifizierung des Verderbens. Laut der Legenden der Garou wird das Universum durch die Triade, die drei Kräfte Wyldnis, Weberin und Wyrm definiert. Während die Wyldnis das reine Chaos ist und beständig ungeformte Materie und Energie ausspeit, gibt die Weberin diesem Strudel aus Chaos Form und Definition. Die Aufgabe des Wyrm ist es, dafür zu sorgen, daß keine der beiden Teile der Triade zu mächtig wird oder ihre Aufgabe zu gut erfüllt. Doch er verfing sich im Strukturnetz der Weberin und verfiel in einen schrecklichen Wahnsinn. Und seit dieser Zeit bringt der Wyrm das Verderben in die Welt.
Die Diener des Wyrm sind zahlreich und gefährliche Gegner. Manche von ihnen sind sogenannte Plagen, Geister fern der materiellen Welt, aber nicht ohne Macht in ihr, die das Verderben säen, oder auch sogenannte Fomorer, die entstehen, wenn eine Plage Besitz von einem Menschen ergreift. Und das Wirken des Wyrm und seiner Diener zeigt sich im Verfall der Welt und der reinen Natur. Überall entstehen neue giftige Müllkippen oder Fabriken, in denen die Brut desWyrm sich vermehren kann, während die reinen Orte Gaias immer kleiner und seltener werden.
Doch die Garou bekämpfen die Diener des Wyrm wo immer sie diese finden können. Sie zerfetzen die Plagengeister, töten die Fomorer und versuchen das verderbende Wirken des Wyrm einzudämmen, damit das Leid, das er über Gaia bringt, ein Ende findet. Doch ihre Feinde sind Legion und sie selbst werden immer weniger.
Kultur_Doch Werwölfe sind keine stupiden Killermaschinen, die in ihrem Leben nichts anderes als den Kampf kennen. Sie leben seid Jahrtausenden neben den Menschen und haben ihre eigene Kultur entwickelt. Eine sehr viel mystischere Kultur als sie die Menschen heutzutage noch haben, können dieWerwölfe doch in das Umbra, die Geisterwelt, treten und so mit ihren Göttern und Totem sprechen. Ihre Wurzeln sind den Garou immer präsent, da sie nur einen Schritt seitwärts gehen müssen, um die bildgewordene Ideologie der Welt betrachten zu können.
Doch das ist auch ihr Fluch. Die Werwölfe sind eine gefährliche Mischung aus Mensch, Wolf und Geist. Und diese Verbindungen, die ihnen ihre große Macht gibt ist auch ihre Schwäche. Die Garou müssen regelmäßig die materielle oder die Geisterwelt betreten, um kein schreckliches Ende zu erleiden, mehr noch, wenn sie nicht gelegentlich einen der Orte Aufsuchen, wo die materielle Welt und die Geisterwelt sich berühren, heilige Orte für die Garou, dann zerbricht ihr Geist und sie erleiden das Harano, eine tiefe Depression, die Trauer über das, was noch nicht verloren ist.
Wunden_Werwölfe sind nicht unverwundbar, wie es in den Geschichten oft heißt. Sie sind eben so sterblich wie jedes Lebewesen. Doch sie sind wahrhaft schwer zu töten, denn ihre Körper verfügen über eine unglaubliche Regeneration. Jede Verletzung, die nicht wahrhaft schrecklich ist, heilt innerhalb von Sekunden.
Doch ist die Achillesferse der Garou zu deren Bedauern nur allzu bekannt: Silber!
Jede Berührung mit diesem Metall verursacht einem Werwolf schreckliche Schmerzen, während es sich in seine Haut brennt. Sie haben ihm nichts entgegenzusetzen und oft dauert es Tage, bis die von Silber geschlagenen Wunden wieder heilen.
Gestalten_Was wäre ein Werwolf, der seine Gestalt nicht ändern könnte? Entweder ein Mensch oder ein Wolf. Werwölfe jedoch sind etwas besonderes, denn eines ihrer Geburtsrechte ist der Gestaltwandel. Fünf verschiedene Gestalten stehen ihnen zur Verfügung, doch können sie auch nur Teile ihres Körpers verwandeln.
Der Menschling ist die erste Gestalt, dem wahren Menschen so ähnlich, daß sie davon nicht zu unterscheiden ist. Während sich ein Garou in der Menschlingsgestalt befindet stehen ihm nur die Sinne des Menschen zur Verfügung (was viele wolfsgeborene Garou abschreckt, diese Gestalt anzunehmen), doch dafür darf man den Vorteil von Daumen nicht vergessen.
Die nächste Form ist der Glabro, der Halbmensch. In dieser Gestalt ist der Garou stark behaart, hat verlängerte Eckzähne, spitze Ohren und seine Muskelmasse ist beträchtlich. Dafür jedoch ist er kaum mehr als Mensch zu erkennen.
Dann kommt die gefürchtete Kriegsform der Werwölfe, der Crinos. In dieser schrecklichen Gestalt sind viele Garou fast 3 m groß und während ihr Unterkörper und Kopf der eines Wolfes ist, wenn auch sehr riesig, ist der Oberkörper menschlich proportioniert, was es dem Garou ermöglicht mit seinen fürchterlichen Klauen zuzuschlagen.
In der nachfolgenden Gestalt ähnelt der Garou einem archaischen Rauwolf beeindruckender Größe, dessen Kiefer schreckliche Kräfte entwickeln können.
Die letzte Form schließlich ist der Lupus, in welcher der Garou wiederum nicht von einem normalen Wolf zu unterscheiden ist.
Geisterwelt_Die Garou sind ein Amalgan aus Mensch, Wolf und Geist. Und als solches ist es nicht nur ihr Geburtsrecht, ihre Gestalt verwandeln zu können, sie haben auch Zugang zur Geisterwelt, dem Umbra. Dieses liegt parallel zur materiellen Welt und dort existieren die gestaltgewordenen Sinnbilder der Existenz als Geistwesen. Es gibt Tiergeister, Pflanzengeister, Elementargeister, Geister die so abstrakte Bedeutungen wie ‚Krieg‘ oder ‚Liebe‘ repräsentieren, und viele, viele mehr.
Doch ist es keine friedliche Welt, denn die Plage, Diener des Wyrm und selbst Geister, verseuchen das Umbra und müssen in der Geisterwelt ebenso bekämpft werden, wie des Wyrm andere Diener auf der materiellen Welt.
Doch das Umbra ist den Garou auch Lebenselixier, denn auch wenn es ihnen ebensowenig Heimat ist wie die materielle Welt, so verfallen sie doch körperlich und geistig, wenn sie zu lange von dort fernbleiben.
Zorn_Werwölfe sind Kreaturen des Kampfes. Geschaffen, um Gaias Feinde zu vernichten. Und um diese Aufgabe bewältigen zu können wurden sie mit mächtigen Waffen ausgestattet. Und eine ihrer schrecklichsten ist ihr unbändiger Zorn, der es den Garou in ihren Kämpfen erlaubt mit unbeschreiblicher Geschwindigkeit zu reagieren und den Gegner zu zerfleischen.
Doch dieser Zorn hat auch seine Schattenseite. Denn auch wenn der Werwolf in keine Schlacht zieht brodelt er in ihm und sowohl Tiere als auch Menschen können zumindest unterbewußt das Raubtier erkennen, das solchen Zorn in sich trägt.
Dies macht soziale Interaktion für Garou schwierig, wenn nicht gar unmöglich, da man ihnen aus dem Wege geht, sie fürchtet und verabscheut. Und da es den Garou verboten ist, mit ihresgleichen beieinander zu liegen, da dies eine Sünde vor Gaia ist, die stets mit Mißgeburten bestraft wird, müssen sie einen Weg finden, dennoch, trotz ihres Zornes, zu Wolf oder Mensch zu finden, um dort die Liebe zu finden.
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