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Einleitung

von Shadowmun

 

 

_Hinter der Welt, die wir kennen, gibt es eine andere Welt. Eine geheimnisvollere, dunklere, gefährlichere Welt, die Welt der Dunkelheit (WoD). Und in ihr existieren schreckliche Kreaturen, die uns jagen, die uns töten, die uns manipulieren. Übernatürliche Monster, die unser Blut brauchen, um zu überleben. Vampire.

 

Laut Sage entstanden sie durch den Fluch, der Kain ereilte, als er Abel erschlug. Er selbst war der erste von ihnen, so heißt es, und er lernte, dies auch weiterzugeben, um Gesellschaft in der ewigen Dunkelheit zu haben. Trifft dies zu, so sind alle Vampire seine Nachfahren und nennen sich deshalb auch Kainiten oder Kainskinder.

 

Manche von ihnen sind uralt und mächtig, bestimmen hinter den Kulissen das Schicksal ganzer Länder nach ihrem Gutdünken, ohne dass es jemals ein Mensch bemerkt. Sie suchen nach Erleuchtung, um wieder menschlich zu werden oder versinken in der Verderbnis und versuchen, ihre Feinde zu vernichten, doch ihre Tage sind gezählt.

 

Nicht nur, dass ihre Nachkommen ihr bestes tun, um sich einen Teil der Macht und des Blutes zu sichern, auch, ja sogar bevorzugt auf Kosten ihrer Ahnen. Nicht nur, dass die Jüngsten unter den Vampiren sich zu Banden zusammenschließen und nach dem Leben ihrer Unterdrücker trachten. Im Dunkel wächst eine größere Gefahr, über die man unter den Vampiren nur im Flüsterton spricht.

Man nennt sie Gehenna und es gibt nur Gerüchte darüber, was sie wirklich ist. Manche sagen, die Alten werden aufstehen und alle ihre Nachkommen vernichten. Kain selbst wird seiner Enttäuschung über dieses Intrigenspiel Ausdruck verleihen, und zwar auf schreckliche Weise. Andere sind überzeugt, dass dies der Tag der Abrechung ist.

 

Anzeichen, dass Gehenna kommt, gibt es viele. Nicht nur, dass sich die zwei größten Gruppierungen von Vampiren, die eher menschliche Camarilla und der rebellische Sabbat sich bis aufs Blut bekämpfen. Seit einiger Zeit gibt es die sogenannten Dünnblütigen, deren Blut so schwach ist, dass sie Sonnenlicht ertragen, nach wie vor Leben und Atmen und seltsame, unbekannte Kräfte entwickeln.

Zudem ist die Welt krank. Schreckliche Seuchen fordern ihre Opfer, die Städte werden riesige schreckliche Labyrinthe aus Wolkenkratzern und Schmutz, die Schere zwischen Arm und Reich lässt sich kaum noch weiter öffnen und Hunderttausende hungern. Zugleich stirbt die Natur immer mehr, denn große Konzerne kümmern sich nicht im geringsten um deren Schutz, sondern nur um immer weiteren Profit.

 

Keine schöne Welt. Doch lässt sich Gehenna nicht noch abwenden? Läßt sich zur Menschlichkeit zurückkehren? Oder ist jeder, der den Kuss erhalten hat, auf immer verdammt?

 

Letzteres scheint zumindest logisch. Denn ein Vampir muss trinken. Braucht Blut, um seine übernatürlichen Kräfte zu nutzen, aber auch, um jeden Abend aufzustehen und sich zu bewegen. Und in jedem Vampir ruht das, was man das Tier nennt. Der personifizierte Hunger, der einen Vampir immer begleitet, und umso stärker wird, je mehr er das Blut braucht.

Gewinnt es die Oberhand, fällt der Vampir in Raserei und wird selbst die schrecklichsten Verbrechen begehen, um an das Lebensellexir zu gelangen. Und muss, wenn er wieder erwacht, lernen damit zu leben. Oder immer tiefer in der Dunkelheit versinken...


 

 


Stand:  2003-10-30 00:29 | Es ist 1 Besucher online. | Ihr seid nicht angemeldet.