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Witchblade - Neue Serie

Autor: Paul Jenkins

Broschiert - ca. 30 Seiten - Infinity Verlag GmbH

 

 

_"Vernichten, Blut und Töten." Das sind die Begierden der Witchblade, einer Waffe mit eigenem Willen und unbeschreiblichen Fähigkeiten. Ihr Aussehen erinnert an die "Alien" Lebensform und den biomechanischen Stil des berühmten Schweizer Surrealisten HR Giger. Im alltäglichen Leben nimmt die Witchblade die Gestalt eines außergewöhnlichen Armreifes mit einem roten Stein in der Mitte an. Im Kampf dagegen mutiert sie blitzschnell von einem Handschuh bis hin zu einem Ganzkörperpanzer, der mit scharfen und spitzen Tentakeln, sowie rohen Energiestößen um sich schlägt. Wann sie zum ersten Mal aufgetaucht ist, und ob dies überhaupt auf der guten alten Erde war, ist unbekannt. In der Vergangenheit lebte die Witchblade stets in einer symbiotischen Verbindung mit ihrer Trägerin. Von Anfang an wurde die feindselige Haltung der Witchblade nur durch den starken Willen der Frau in Schach gehalten, welche diese als Trägerin erwählt hat. Dass dies aber ausnahmslos Frauen waren, hinderte seit jeher finstere Mächte nicht daran, trotzdem die Macht dieser Waffe zu begehren. Und so führen dunkle Machenschaften dazu, dass Sara Pezzini, Detektive bei der Mordkommission in New York City, durch unglückliche Umstände die momentane Trägerin der Witchblade wird.

Die Geschichte um Sara und die Witchblade ist eine Mischung aus Prophezeiungen in alten Schriften, Übernatürlichem, skurrilen Gestalten mit dunklen Geheimnissen, der nicht ganz alltäglichen Polizeiarbeit bei der Mordkommission und die Suche nach der Wahrheit hinter dem Offensichtlichen. Viel zu oft muß Sara dabei feststellen, dass sie nur ein Spielball in einem tödlichen Wettstreit ist, dessen Regeln ihr aber verschlossen bleiben. Doch eins ist sicher: es gibt keinen zweiten Platz, und dem Sieger winkt grenzenlose Macht.

Als wäre das nicht genug, kreuzen in so genannten Crossovers Charaktere aus anderen bekannten Comic- Serien Saras Weg. So begegnet sie nicht nur einmal Jackie Estacado, besser bekannt als "The Darkness", begleitet "Lara Croft" auf ihren abenteuerlichen Wegen, geht in der Zukunft in "Darkminds" auf Verbrecherjagd oder gerät zwischen die Fronten von "Aliens vs. Predator".

 

Nachdem Sara ihre eigene mysteriöse Vergangenheit aufgeklärt hat und alte Rechnungen beglichen wurden, geht die bisherige Storyline in Witchblade Nr. 19 (US-Ausgabe Nr. 39) zu Ende. Gleichzeitig nahm Christina Z. als Autorin Abschied von der Comic- Serie. Mit "Witchblade - Neue Serie" tritt Paul Jenkins die Nachfolge als Autor an. Er startet mit einem völlig neuen Handlungsbogen und einer leicht modifizierten Sara Pezzini.

 

 


"Der Kessel öffnet sich. Vor mir erheben sich zuckende Seelen in verzweifeltem Todeskampf Und dort liegt die endgültige Wahrheit, jenseits aller Hoffnung. Im Tausch für die Macht auf Erden wurden meine Opfer in den Styx geworfen."

 

_Die Drohung in Witchblade Nr. 19, Saras bisherigen Partner Jake zu versetzen, hat ihr Chef bei der Mordkommission wahr gemacht. Sara wird ein neuer Partner zur Seite gestellt. Mit Blakes Hilfe soll sie einem dämonischen Brandstifter das Handwerk legen, der momentan New York in Atem hält. Doch wie stellt man das an, wenn der neue Partner das Geheimnis um die Witchblade nicht erfahren soll und dazu noch ein Dickschädel der alten Schule ist, der nichts von "weiblicher" Intuition hält?

 

In der ersten Ausgabe der neuen Serie (US-Ausgabe Witchblade Nr. 40) geht es sofort heiß her. Der zeichnerische Still von Keu Cha fällt durchweg positiv auf. Sara sieht endlich mal wieder so aus, wie der größte Teil der Leser sie schon immer gemocht hat. Es hieß früher, erst wenn ein Künstler richtig Feuer darstellen kann, erst dann hat er seine Kunst gemeistert. Die ganze Panels (Seite eines Comics) füllenden Fegefeuer haben mich wirklich beeindruckt. Die Geschichte selber ist eher dürftig. Es will nicht so recht Spannung aufkommen und der Leser wird viel zu früh mitten in der Handlung auf das nächste Heft verwiesen.

 

 

Heft: 01

Erscheinungsdatum: 2001

ISBN: 3-934773-83-4



_Sara und ihr Partner McCarthy werden zu einem besonders erschreckenden Tatort gerufen. Ein kleines Mädchen liegt mit einem Loch im Kopf in seinem Kinderzimmer. Die Indizien lassen keinen Zweifel - es war Selbstmord. Also kein Fall für die Mordkommission?!

 

Doch irgendetwas ist merkwürdig. Es ist so still - totenstill. Und auch die Bemerkung von Saras geheimnisvollem Informanten "Die Stille macht einen Höllenlärm." läßt Sara nicht ruhen und sie begibt sich noch einmal zum Tatort. Dabei macht sie eine gruselige Entdeckung...

 

Im "Witchblade - Neue Serie" Nr. 8 (US-Ausgabe Nr. 47) führt Michael Zulli den Bleistift. Sein Zeichenstil ist "verwaschen" und vor allem die Farbe schwarz herrscht vor. Dies betont die düstere Stimmung der abgeschlossenen Geschichte. Doch bedauerlicherweise leiden darunter auch die Details, und Sara und die Witchblade sehen gewöhnungsbedürftig aus. Auch die Geschichte ist nicht so Action- lastig wie sonst. Sie stimmt den Leser eher nachdenklich.

 

 

Heft: 08

Erscheinungsdatum: 2002

ISBN: 3-934773-90-7



_Ein Auto, das ohne erkennbaren Grund samt Insassen in die Luft fliegt, eine Feuerwache, die aus nicht brennbaren Materialien gebaut wurde und trotzdem urplötzlich Feuer fängt, dass alles erinnert an einen alten Bekannten von Sara. Wie ein Phönix aus der Asche ist der Brandstifter aus "Witchblade - Neue Serie" Nr. 1 und 2 wieder auferstanden, um zu Ende zu bringen, was er begonnen hat.

 

Im Heft 9 (US-Ausgabe Nr. 48) gibt Francis Manapul den Figuren Gestalt. Seine Linienführung ist sehr fein und die Panels sind sehr dynamisch. Manapuls Sara wirkt sehr jung und unschuldig. Etwas störend ist, dass die Handlung wieder einmal mitten im Showdown zwischen Sara und dem dämonischen Brandstifter unterbrochen wird, und der Leser erst in einem Monat mit der nächsten Ausgabe erfährt, wie der Kampf ausgeht.

 

 

Heft: 09

Erscheinungsdatum: 2002

ISBN: 3-934773-92-3


Zwei Änderungen fallen an "Witchblade - Neue Serie" im Vergleich zur bisherigen Kiosk- Ausgabe besonders auf. Zum einen ist das Cover aus festerem Hochglanzpapier, ähnlich den eine zeitlang erhältlichen Prestige- Ausgaben, aber ohne Prägedruck und nur mit zwei Klammern zusammengeheftet. Dadurch wird dem Comic mehr Stabilität verliehen und es sieht edler aus. Zum anderen findet in die deutsche Ausgabe nur noch eine US-Ausgabe ihren Weg und nicht wie früher gleich zwei.

 

Fazit:

_"Witchblade - Neue Serie" ist eine Fortsetzung mit Höhen und Tiefen. Die die Ausgaben übergreifende Geschichte der Witchblade entwickelt sich langsam, geht aber stetig voran. Die einzelnen Handlungsfäden selber sind leider etwas kurz geraten. In den Panels passiert nicht sehr viel, und der deutsche Leser kommt nicht wie früher in den Vorzug gleich zwei Ausgaben zu erwerben. Der Preis liegt mit 3,30 Euro dementsprechend für diese Heftgröße zwar im normalen Bereich, ist aber keinesfalls günstig zu nennen.

Vor allem die häufig wechselnden Gastzeichner und der damit einhergehende Stilwechsel behagen mir nicht. Das Spektrum reicht von feiner Linienführung und Detailverliebtheit bis hin zu "verwaschenen" Linien und groben Zeichnungen ohne Details. Leider wechselt gleichzeitig auch gravierend das Aussehen von Sara und der Witchblade. Das geht sogar soweit, dass man bestimmte Personen auf denn ersten Blick nicht wiedererkennt.

"Witchblade - Neue Serie" richtet sich vor allem an Leser, welche Sara und die Witchblade seit den ersten Ausgaben kennen und lieben. Neueinsteiger sollten versuchen, frühere Ausgaben zu ergattern. Ohne die komplexe Vorgeschichte, die teilweise sogar in anderen Comic- Serien wie "The Darkness" abgehandelt wird, ist es fast unmöglich den roten Faden zwischen den Ausgaben zu erfassen und die Beziehungen zwischen den Charakteren zu verstehen.

 

 

[ christoph fischer ]

[ alchem(at)avalon-projekt.com ]


 

 


Stand:  2003-10-19 10:42 | Es ist 1 Besucher online. | Ihr seid nicht angemeldet.