Engel: Pandoramicum
Autoren: Kai Meyer, Dieter Jüdt
Art: grafische Erzählung
Sondereinband - 48 Seiten - Feder&Schwert
Erscheinungsdatum: 2001
ISBN: 3-935282-08-7
Erhältlich bei: Amazon
_Engel: Pandoramicum entführt den Leser in die Frühzeit des Erzählspiels Engel. Es erzählt die schreckliche Geschichte vom verheerenden Angriff der Traumsaat, dem dämonischen Insektengezücht des Herrn der Fliegen, auf den Himmel der Ragueliten im Februar des Jahres 2642. Unmittelbar vor dem Angriff taucht der Wanderer auf, eine mysteriöse Gestalt, auf die der aufmerksame Leser noch in späteren Publikationen stoßen wird, um den Ab des Himmels vor der bevorstehenden Katastrophe zu warnen. Doch Ab Gundar wirft in seiner Ignoranz und Überheblichkeit die angebotene Hilfe im wahrsten Sinne des Wortes weg. Auch der Monarch und Karthograph der Ragueliten Cumulus schlägt die Warnungen des Wanderers in den Wind. Und so ist nur Lâle, die kleine Schwester des Engels Rabiel, in der Lage, der drohenden Gefahr ins Auge zu blicken und ihr mit Hilfe des Pandoramicums die Stirn zu bieten...
Engel: Pandoramicum eröffnete 2001 als erste von noch vielen folgenden Publikationen das Erzählspiel Engel vom Verlag Feder&Schwert. Es erzählt auf 48 Seiten die Geschehnisse vor dem eigentlichen Start des Rollenspielsystems. Verpackt ist sie in einem edel wirkenden Hardcover im gewohnt goldenen Engellook.
Es handelt sich dabei um eine grafische Erzählung von Dieter Jüdt und Kai Meyer. Dieter Jüdt ist Autor verschiedener phantastischer und unheimlicher Romane. Engel: Pandoramicum ist sein Debüt als Comic-Autor. Kai Meyer arbeitet als freier Illustrator für verschiedene Verlage und Zeitschriften. Für das Erzählspiel Engel schuf er die Optik einer ganzen Welt.
Die Zeichnungen des Comics sind in schwarz-weiß gehalten. Grauschattierungen sind durch Striche angedeutet. Leider leidet der Detailreichtum sehr unter diesem Zeichenstil, so dass viele Dinge der Phantasie des Lesers überlassen sind. Die Zeichnungen der Charaktere sind dabei sehr eckig und das Ganze erinnert an mittelalterliche Holzschnitte.
Fazit:
_Engel: Pandoramicum ist eine etwas andere, aber gerade deswegen gelungene Eröffnung für ein Rollenspielsystem. Das im Goldlook von Engel glänzende und edel wirkende Hardcover kann aber nicht über den im Vergleich zu anderen Comics zu hohen Preis hinwegtrösten. Außerdem wird die Geschichte auf 48 Seiten viel zu schnell abgehandelt. Man hätte deutlich mehr in die Tiefe gehen können, da die Handlung sehr viel Potential besitzt. Trotzdem ist Pandoramicum spannend und gibt interessante Einblicke in die Opferrituale der Angelitischen Kirche und das Leben in einem Himmel. Daher bedauere ich sehr, dass es wohl vorerst keine weiteren grafischen Erzählungen zu Engel geben wird.
So kann ich abschließend Engel: Pandoramicum als Vorgeschichte zum Erzählspiel Engel jedem Engel-Fans und Sammlern empfehlen. Alle anderen können mit der Geschichte wohl nicht viel anfangen, zumal sie den Leser mit vielen offenen Fragen zurück lässt.
[ christoph fischer ]
[ alchemy(at)avalon-projekt.com ]
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