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Talk X "Rollenspiel"

niedergeschrieben von Alchemy

 

 

_Am Dienstag den 26.11.2002 war Oliver Hoffmann von Feder&Schwert bei der Rundfunksendung "Talk X" mit dem Thema "Rollenspiel" als Talkgast zugegen. Dieses Interview wurde über HR XXL gegen 20 Uhr ausgestrahlt. Moderator war Tommy Stärker.

 

 

Download

_Der Radio-Mitschnitt liegt als gezipptes mp3-Datei vor.


leitfaden zu den downloads

HRXXL   9,59 MB
Überarbeiteter Mitschnitt der Rundfunksendung "Talk X" auf HR XXL mit dem Thema Rollenspiel. Talkgast ist Oliver Hoffmann von Feder&Schwert.


Den kompletten Radiomitschnitt hat Jamin mit freundlicher Genehmigung von Feder&Schwert erhalten. Digitalisiert und grob zugeschnitten hat es Jamin, den Feinzuschnitt hat Alchemy durchgeführt.



Mitschrieb

_Für alle die nicht die ca. 10 MB große Datei runterladen wollen, gibt es hier exklusiv (weil nur ich wohl so verrückt bin, und mir so oft das File anhöre, bis ich es fast auswendig kann) einen Ausschnitt des Interview in Textfassung.

 

 

 

Tommy: Was ist genau Rollenspiel? Ich will eine Erklärung von einem Experten! Also leg los.

 

Oliver: O.K. Rollenspiel ist ein Gesellschaftsspiel im weiteren Sinne, dass ohne Brett, ohne Karten und im weiteren Sinne auch ohne sehr viele Regeln auskommt. Es steht in der Tradition des Geschichten erzählen, d.h. praktisch sitzen mehrere Menschen, so zwischen 3 und 6, um einen Tisch, spielen ein Spiel, dass so aussieht, dass einer den schwarzen Peter gezogen hat und die Spielleitung übernehmen muß, eine Geschichte zu erzählen beginnt und die anderen Mitspielerinnen und Mitspieler verkörpern die Hauptfiguren in dieser Geschichte. Das eigentliche Spiel entspinnt sich im Gespräch. Ist im Grunde so wie ein Film im Kopf, der sich gegenseitig erzählt wird.

 

 

Tommy: Also, einer muß sich vorher schon mal drum kümmern, muß sich mit den Regeln auseinandersetzen und muß wissen was spielt man da heute, was ist das für eine Geschichte und die anderen haben so ein bisschen den schlaueren Job, den sie sitzen rum, haben sich eine Figur überlegt ...

 

Oliver: Und dürfen Helden sein!

 

 

Tommy: ... und hören dem erstmal zu, dürfen aber auch selber mit eingreifen.

 

Oliver: So ist es.

 

 

Tommy: Was sind so für dich die wichtigsten Aspekte? Es klingt immer sehr kommunikativ das Rollenspiel.

 

Oliver: Die wichtigsten Aspekte sind zum einem, dass es ein kreatives Spiel ist. Dahingehend, dass niemand, der am Spieltisch sitzt, nicht mal der Spielleiter, so genau weiß, was am Ende des Abends passiert sein wird. Es gibt keine 100% Voraussage wie der Spielabend ablaufen wird, weil das alles auf dem gegenseitigen Gespräch beruht.

Und die Tatsache, dass ich mit Leuten, die ich mag, eine Art Spiel spielen kann, die wir alle mögen.

 

 

Tommy: Und das schöne ist, es gibt kein festes Ende, kein festes Ziel - ist "open-end". Du kannst es Jahrelang spielen.

 

Oliver: Ja. Es gibt keine Gewinnbedingungen. Übliche Gesellschaftsspiele die wir alle kennen, wie Schach, Mülle, Dame haben ein feststehendes Gewinnziel, das erreicht werden muß. Mensch-Ärger-Dich-Nicht: Bringen sie alle ihre 4 Pöbel ins Ziel. Schach: Setzen Sie den gegnerischen König matt. Bei Rollenspiel ist das, die Gratifikation des Spiels, dass was Spass daran macht, zu sehen was erlebt mein Charakter, wie entwickelt sich mein Charakter, wie interagiert er mit den anderen Spieler.

 

 

Tommy: Es geht also sehr stark um Geschichtenerzählen, um Geschichten selber auch mitspinnen und weiterspinnen. Ich fasse nochmals zusammen: Ein paar Leute sitzen normalerweise um einen Tisch, haben ein paar Würfel, haben sich Figuren ausgedacht und ein anderer weiß was mit den Figuren jetzt passieren könnte. Fragt diese Leute dann immer: "Was machen diese Figuren" und die selber entscheiden das dann.

 

Oliver: Richtig. Und das ganze entspinnt sich im Dialog. Wobei sicherlich unterschiedliche Spiele mehr oder weniger Wert jetzt auf Charakterentwicklung, auf Story oder eher auf Action legen. Das ist immer auch eine Frage die sich nach dem Geschmack der einzelnen Spielgruppen entscheidet.

 

 

Tommy: Also man kann auch wirklich alles machen. Man kann in so einem Rollenspiel in die Welten von Luke Skywalker bei Krieg der Sterne eintauchen, aber auch den Herr der Ringe nachspielen.

 

Oliver: Im Prinzip ist da der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Alles worauf sich die Spielgruppen einigen können ist erlaubt. Da geht alles, wie gesagt, von Tolkien bis zu Star Wars, von klassischer "High-Fantasy" bis hin zu Horror- Rollenspielen.

 

 

Tommy: Also weil sich alles in euren Kopf abspielt, aber nur einer eigentlich tatsächlich weiß, und es den anderen natürlich nicht von vornherein sagt, was des Rätsels Lösung ist, bleibt das ganze auch spannend, weil sich die Geschichte natürlich weiterspinnt, je nach dem wie oft man sich trifft, wie man da zusammen sitzt und an diesem Spiel weiterbastelt.

 

...

 


 

 


Stand:  2004-09-28 12:11 | Es ist 1 Besucher online. | Ihr seid nicht angemeldet.